GARTEN Katalog 2025

48 Die Geschichte des Rasens ist alt, die der sogenannten Zuchtsorten von Rasengräsern dagegen eher jung. Während sich der Mensch des Mittelalters noch meistens am „Wisgart“, einer blumenreichen Wiese, erfreute, schrieb Albertus Magnus im Jahre 1250 zum ersten Mal über die Anlage einer Rasenfläche im Ziergarten und sieht ihn bereits als grünen Teppich im Freien, der zum Verweilen einlädt. Auch Sir Francis Bacon (1561-1626) schätzte die Schönheit eines kurzgehaltenen Rasens. Die englischen Anfänge liegen also etwa in dieser Zeit. Um 1613 wird dann von Markham in seinem Werk „Way to the Wealth“ auch die Rasenanlage mittels Grassoden beschrieben. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kommen dann immer mehr die sogenannten „pleasure grounds“ in Mode, die bereits sehr hohe Ansprüche an die Qualität der Grasnarbe stellen. Der als „Englischer Rasen“ bekannte grüne Teppich aus Gras hat seinen historischen Ursprung auf den Landsitzen des Adels der britischen Inseln. Als die Briten im 18. Jahrhundert in Kontakt mit den Gärten der Chinesen und Japaner kamen, transponierten sie sehr rasch den Gedanken der Garten-LANDSCHAFT in ihre Gartenkunst. Galt bisher ein streng formales Vorgehen französisch-niederländischer Prägung als Ideal der Gestaltung, wurde nun die möglichst naturgetreue und auf die Landschaft abgestimmte Erscheinung der Gärten zum Ziel. Das wichtigstige Gut, eine wohlgeformte weitläufige Landschaft mit bereits vorhandenen Strukturelementen, war auf den englischen Landsitzen gegeben, und so stand der Geburt des Englischen Landschafts-Gartens nichts im Weg. Das für Gräser so günstige, weil wintermilde und nahezu permanent feuchte Klima der britischen Inseln führte dazu, dass für Engländer bei vielen Sportarten gerade das Gras als idealer „Bodenbelag“ gilt (Fußball, Rugby, Tennis, Cricket, Pferdesport usw.). Gras ist fast überall vorhanden, dämpft den Fall von Mann und Ball und bildet eine gut kontrastierende Unterlage – vor allem, wenn sie kleine weiße Bälle suchen müssen wie beim Golf. Handelte es sich bis in unser Jahrhundert „nur“ um getrimmte Gräser in Form von Arten, so entwickelte sich aus den Bedürfnissen der unterschiedlichsten Park- und Sportanlagen auf der ganzen Welt die sogenannte Sortenzüchtung. Seitdem sind viele Menschen damit beschäftigt, ständig neue, verbesserte Gräsersorten aus den bekannten zu selektieren, zu züchten und zu testen, damit in fast jedem Klima bzw. auf allen Böden rund um den Globus das erzielt werden kann, was aus dem feuchtmilden Klima Britanniens seinen Siegeszug um die Welt angetreten hat, sattgrüner Rasen. Gräser Grundlage jedes Rasens! Aufgrund des typischen Pflanzenbaues der sogenannten Monokotyledonen = Einkeimblättrigen Pflanzen, ist es dem Gras möglich, einen Rasen zu bilden. Keine andere Pflanze kann in einem Pflegesystem überleben, das regelmäßiges Einkürzen durch Mähen nicht nur erträgt, sondern sogar „mag“ und immer besser zum Rasen heranwächst, je regelmäßiger man das tut! Doch am Anfang steht der Samen und der muß erst einmal keimen! Die Keimung stellt gleichsam das Ende der Ruhephase der Pflanze in Form von Samen dar. Sie wird im wesentlichen durch vier Faktoren ausgelöst und gesteuert; sie alle zusammen bilden den Keimreiz: 1) Konstantes Wasserangebot (lässt den Samen quellen) 2) Mindesttemperatur (im Boden) 3) Sauerstoffversorgung (im Boden) 4) Lichteinwirkung (bei Lichtkeimern) Bricht dann, am Ende der Keimung, die Erde auf und gibt das erste Blatt frei, hat das Korn gekeimt und eine junge Pflanze kann heranwachsen. Damit die Keimung stattfinden konnte, mussten einige Faktoren zusammentreffen. Auch für den weiteren positiven Verlauf im Leben einer Pflanze müssen gewisse Grundbedingungen erfüllt werden. Den meisten Gärtnern ist bewusst, dass Gräser erst durch ihre liebevolle Pflege zum Rasenteppich werden. Den Boden jedoch in seiner wichtigen Rolle für den Rasen unterschätzt man oft. Der Boden ist ein großes Ökosystem, dem es gut und schlecht gehen kann wie einem Lebewesen. Ist alles in Ordnung, dann funktionieren nicht nur Stoffkreisläufe, sondern er trägt Leben. Bei allen anderen kleinräumigeren Kulturen kann man nach Ende der Saison den Boden verbessern oder den Standort wechseln, (z.B. bei Gemüse und einjährigen Blumen), nur bei Rasenanlagen ist eine gründliche Reparatur bzw. grundlegende Veränderung am Unterbau nicht möglich, ohne die Kulturpflanzen völlig zu zerstören. Gerade mit der Vorarbeit der Bodenvorbereitung schafft man die Grundlage für eine langjährige Zukunft der Rasenanlage. Wer also meint, die Bodenvorbereitung könne man sich sparen, weil man ja später nichts davon sieht, der irrt! Eine Langzeitkultur wie Rasen hält sich über viele Jahre problemlos in bestem Zustand, wenn die Voraussetzungen so gut wie möglich hergestellt wurden, denn guter Boden erfüllt die Speicherfunktion für Wasser, Luft und Nährstoffe pflanzengerecht… und das sieht man dann sehr wohl, nämlich im einwandfreien Zustand der Rasenfläche! Es stimmt nur teilweise, dass auf jedem Boden, gleichsam von selbst, aus Gräsern ein Rasen werden kann. Eine richtig durchgeführte Bodenvorbereitung vor der Aussaat erleichtert die Pflege der Fläche und fördert das Wachstum gesunder Gräser. RASEN für jeden Einsatzbereich AUSTROSAAT-Saatgutmischungen bietendem Gartenbesitzer die gesicherte Qualität, die er erwartet! Denn nur bei diesen wird jede Partie der verwendeten Einzelgräser sorgfältig geprüft und auch die fertige Mischung registriert! Über die richtige Kombination einer Rasenmischung aus den Samen der Einzelgräser wird der fertige Rasen exakt an den späteren Einsatzbereich und Verwendungszweck angepaßt. Das Prozent-(%)-Verhältnis der Einzelgräser bestimmt also, ob es sich um feinblättrige Gartenrasen mittlerer Belastbarkeit, um außerordentlich strapazierfähige Sportrasen, oder um eine sehr raschwüchsige Samen-Mischung zur Nachsaat und umbruchlosen Erneuerung von Rasenflächen handelt. Qualitäts-Rasen Saatgutmischungen

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